Karel Engliš
Karel Engliš (1880–1961) war ein tschechischer Ökonom, Politiker und Jurist, sechsmal Finanzminister der Tschechoslowakei und 1934–1939 Gouverneur der Tschechoslowakischen Nationalbank. Begründer der teleologischen Schule der Nationalökonomie, erster Rektor der Masaryk-Universität in Brünn (1919–1920) und Rektor der Karls-Universität (1947–1948).
Leben und Werk
Geboren in Hrabyně bei Troppau, studierte er Rechtswissenschaft in Prag, arbeitete im Landesstatistischen Amt und lehrte als Professor an der Brünner Technischen Hochschule und Universität. Finanzminister war er 1920–1921, 1925–1928 und 1929–1931. Nach 1948 wurde er aller Ämter enthoben, aus Prag ausgewiesen und starb in seinem Heimatort Hrabyně; rehabilitiert wurde er erst nach 1989.
Engliš und die tschechoslowakische Währung
Nach Rašíns Deflationspolitik setzte er sich für eine Stabilisierung der Krone auf realem Niveau ein und entwarf das Gesetz über die Tschechoslowakische Nationalbank (1926), deren Gouverneur er 1934 wurde. Er leitete die Abwertungen der Krone 1934 und 1936 und hielt die Golddeckung bis zur Besetzung. Die Tschechische Nationalbank ehrte ihn 2022 mit einer 100-Kč-Gedenkbanknote zum 100. Jahrestag des Aufbaus der tschechoslowakischen Währung (Serie: 2019 Rašín, 2022 Engliš, 2026 Pospíšil).
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